Nicht alle Kräftigungs-, Dehn- und Mobilisationsübungen, die man im Internet, in Zeitschriften oder in Büchern findet, können von jedem unkritisch übernommen und ausgeführt werden. Manche Übungen bergen gesundheitliche Risiken. Diese Thematik wird in der sportwissenschaftlichen Literatur unter der Bezeichnung „unfunktionelle Übungen“ behandelt. Vor allem Übungen mit extremen Gelenkwinkelstellungen wie z. B. sehr starke Beugungen der Wirbelsäule (z. B. der Pflug) und insbesondere Überstreckungen der Wirbelsäulen (Unfunktionelle Übungen Krankmacherübungen Hyperlordosen, z. B. die Brücke) sind problematisch.

Die Problematik „unfunktionelle Übungen“ ist eng mit dem Namen Karl-Peter Knebel verbunden, da dieses Thema durch seine Veröffentlichung „Funktionsgymnastik“ (1985) eine weite Verbreitung fand. Knebel stellt im letzten Teil seines Buches 13 Übungen „aus dem Standard-Übungsgut des Sports“ dar, von denen bestimmte Trainingswirkungen erwartet werden, „die allerdings meistens nicht eintreten, weil die Struktur und die Ausführung unspezifisch bzw. unfunktionell sind“ (S. 189). Diese Liste, die Parallelen zu einer früheren Auflistung bei Sölveborn (1983) zeigt, enthält neben fünf Kräftigungsübungen (Liegestütz, Klimmzüge, Leg Curls, Klappmesser, Sit-ups) acht Übungen zur Dehnung und Mobilisation (Kopfkreisen, Rollbewegungen rückwärts, Schwunghaftes Armkreisen, Rumpfvorbeuge im Strecksitz mit Partnerhilfe, Holzhackerübung, Bauchwippe mit und ohne Partner, Hürdensitz).

Definition (Klee, 2017): Bei unfunktionellen Übungen handelt es sich um Kräftigungs-, Dehn- und Mobilisationsübungen (z. B. Klappmesser, Brücke, Schulterstand), bei denen es zu Beanspruchungen des passiven Bewegungsapparates kommt (Knochen, Gelenke, Kapseln, Knorpel, Bänder, Bindegewebe), die zu einer Schädigung führen können („Verschleißerscheinungen“, „Überlastungsschäden“). „Unfunktionell“ lässt sich in einem ersten Zugang auch mit „ungesund“ übersetzen. Diese Übungen werden deshalb auch als „Krankmacherübungen“ bezeichnet.

Der beabsichtigte Trainingseffekt und die Beanspruchung des passiven Bewegungsapparates stehen bei diesen Übungen in einem ungünstigen Verhältnis. Problematisch ist dies vor allem dann, wenn es zu der unfunktionellen Übung eine Alternative gibt, bei der es bei ähnlichem Trainingseffekt zu einer geringeren Beanspruchung des passiven Bewegungsapparates kommt.

Die „Techniker Krankenkasse“ hat eine „Hitliste der Krankmacherübungen“ erstellt, die als erste Orientierung gut geeignet ist.

„Hitliste der Krankmacherübungen“: Link download PDF

Es stellt sich aber auch die Frage, ob denn alle Übungen, die jemals in irgendeinem Buch, Zeitschriftenaufsatz oder einem Faltblättchen einer Krankenkasse als unfunktionell bezeichnet wurden, endgültig aus dem Übungskanon zu streichen sind oder ob es hier nicht doch einer differenzierteren Beurteilung bedarf, wie es Wydra (2000) vorschlägt:

“... ob eine Übung funktionell ist oder nicht, hängt nicht von der Übung ab, sondern vor allem von den Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Person, die die entsprechende Übung ausführen soll oder will und von den Anforderungen an diese Person in Alltag, Beruf oder Sport” (Wydra, 2000, S. 131).

Also einfacher formuliert: Junge, gesunde, austrainierte, unverletzte Vereins-, Wettkampf- und Leistungssportler können Übungen machen, die ältere, untrainierte Freizeit- und Gesundheitssportler mit Verletzungen oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht ausführen sollten. So ist der im Yoga verbreitete Schulterstand für jemanden mit Nackenproblemen (Bandscheibenvorfall) ungeeignet (Dalmann I. & Soder M., 2012).

Wurden vor 30 Jahren vielleicht zu viele Übungen als unfunktionell bezeichnet, so fällt nun (Dezember 2017) auf, dass Übungen aus der Liste der Krankmacherübungen nun als „Gesundmacherübungen“ empfohlen werden, dass z. B. beim Faszientraining die unfunktionelle Holzhackerübung unter dem Namen „fliegendes Schwert“ empfohlen wird, und der unfunktionelle Entengang“ nun in Übungen zum Animalwalk als „duckwalk“ wieder auftaucht.

Also, früher wurden vielleicht zu viele Übungen als unfunktionell bezeichnet, heute vielleicht zu wenige (Klee, 2017, S. 63). Wer eine Kräftigungs-, Dehn- und Mobilisationsübung ausführt, sollte sich über die Belastung seiner Knochen, Gelenke, Kapseln, Knorpel und Bänder Gedanken machen.

Informationen findet man auch auf dieser Präsentation S. 7-16, 30-34:

Materialien zum Seminar Circuit-Training

Hier ein Infoblatt für Schüler:

Arbeitsblatt Training der Bauchmuskeln

Funktionelles Training - functional training

Zur Verwirrung könnte führen, dass in den letzten Jahren unter den Begriffen „Funktionelles Training“ – „functional training“ nicht das Gegenteil von unfunktionellen Übungen verstanden wird, sondern ein Training, das sich als Gegenentwurf zum Training isolierter Muskeln (z. B. des Quadrizeps beim Beinstrecken) durch ein Training komplexer Bewegungen in Verbindung mit Gleichgewichtsaufgaben versteht (z. B. Kniebeugen auf einer wackeligen Unterlage, etwa einem Wackelbrett). Hier gibt es deutliche Parallelen zum propriozeptiven (sensomotorischen) Training (siehe auch Menüpunkt 2.10 beim Menü Dehnen auf dieser Seite). Auch das Schlingentraining (TRX) gehört zum functional Training.

Vor- und Nachteile dieses Trainings werden hier besprochen.

 

Literatur

Dalmann I. & Soder M. (2012): Wenn Yoga schadet. VIVEKA, Hefte für Yoga, Heft 50.

Klee, A. (1997a): Funktionelles Bauchmuskeltraining - von Schülern selbständig ent­deckt. In: Lehrhil­fen für den sport­unterricht, 46, Heft 5, S. 65 ‑ 74.

Klee, A. (2017): Circuit-Training und Fitness-Gymnastik. Schriftenreihe Praxisideen, Verlag K. Hofmann, Schorndorf, 6. erweiterte Auflage. S. 16-25, 66-69.

Klee, A. / Wiemann, K. (2012): Dehnen - Training der Beweglichkeit. Schriftenreihe Praxisideen, Verlag K. Hofmann, Schorndorf, 2. erweiterte Auflage. S. 109-116.

Knebel, K. P. (1985): Funktionsgymnastik. Reinbeck bei Hamburg: Rowolth Taschenbuch Verlag GmbH.

Sölveborn, Sven, A. (1983): Das Buch vom Stretching. Beweglichkeitstraining durch Dehnen und Strecken. München, Mosaik.

Wydra, G. (2000): Zur Funktionalität der Funktionsgymnastik. Überlegungen zum Umdenken in der Funktionsgymnastik. In: Gesundheitssport und Sporttherapie. 16 (4), 128-133.

Infoblatt Unfunktionelle Übungen

 

Dienstag 14:15-15:45

Modul 10: Circuittraining und Fitnessgymnastik

Vor allem in der Vergangenheit wurde das Circuittraining insbesondere zum Training der Kraft- und Kraftausdauer eingesetzt. Zu diesen Zielen sind in den letzten Jahren zunehmend andere hinzugekommen: Wohlbefinden, Balltechnische Fertigkeiten, Körpererfahrung, Vorbeugung von Haltungsschwächen, Spiel, Abenteuer, Dehnung ... In der Übung soll das Zirkeltraining in dieser Vielfalt und Möglichkeiten der Fitnessgymnastik (Training mit der gesamten Gruppe) erarbeitet und erprobt werden.

Literatur: 

Klee, A. (2011): Circuit-Training und Fitness-Gymnastik. Schriftenreihe Praxisideen (5. erweiterte Auflage). Schorndorf: Hofmann.

Der erste Termin findet in der Cafeteria der Unihalle statt.
Beginn: Di. 17. Okt.

Prüfung: Do. 15. Feb., 8-12 (2. Prüfungswoche: Kombinierte Theorie-Praxis-Prüfung in 2er-/3er-Gruppen: Analyse und Demonstration von ausgewählten Übungen mit ergänzenden Fragen zur Trainingsmethodik; dazu werden Körperbereiche (z. B. obere Extremität, Rumpf, untere Extremität) zugewiesen. Prüfungszeit pro 2er-Gruppe 15-20 min., pro 3er-Gruppe 20-30 min.)

Die Termine am 14.11. und 5.12. finden in der Cafeteria statt (Theorie)

Materialien zum Seminar Circuit-Training

Anleitungen zur Benutzung der CD findet man auch als Video bei Youtube.

2. Video zur Benutzung der CD bei Youtube (Eigene Fitness-Programme zusammenstellen, eigene Übungen integrieren)

Unfunktionelle Übungen (vgl. "Materialien zum Seminar Circuit-Training" S. 7-16):

Definition: Bei unfunktionellen Übungen handelt es sich um Kräftigungs-, Dehn und Mobilisationsübungen (z. B. Klappmesser, Brücke, Schulterstand), bei denen es zu Beanspruchungen des passiven Bewegungsapparates kommt (Knochen, Gelenke, Kapseln, Knorpel, Bänder, Bindegewebe), die zu einer Schädigung führen können („Verschleißerscheinungen“, „Überlastungsschäden“; vgl. Buch „Circuit-Training“, S. 16-25). „Unfunktionell“ lässt sich in einem ersten Zugang auch mit „ungesund“ übersetzen. Diese Übungen werden deshalb auch als „Krankmacherübungen“ bezeichnet.

Der beabsichtigte Trainingseffekt und die Beanspruchung des passiven Bewegungsapparates stehen bei diesen Übungen in einem ungünstigen Verhältnis. Problematisch ist dies vor allem dann, wenn es zu der unfunktionellen Übung eine Alternative gibt, bei der es bei ähnlichem Trainingseffekt zu einer geringeren Beanspruchung des passiven Bewegungsapparates kommt.

Link Techniker Krankenkasse

Link Sportunterricht.de

Link download PDF

Materialien / 9 Kopien zur Prüfungsvorbereitung

1.       Circuit mit 6 Stationen, - keine Partnerübungen, - kein komplizierter Aufbau, - zur Einführung eines CTs geeignet, - auch ohne Arbeitsblätter schnell aufzubauen, Buch S. 57, 90

2.       Circuit mit 12 Stationen zur Vorbeugung eines Hohlrundrückens,- Schwerpunkt: Bauchmusk. (6x), Hüftstrecker (2x), Rückenstrecker (1x)- 2x Dehnung- 5 Partnerübungen, Buch S. 54, 96

3.       Organisatorische und methodische Tipps / Fragen beim Circuit-Training

4.       Das Training der Bauchmuskeln (1), Buch S. 111

5.       Das Training der Bauchmuskeln (2), Buch S. 112

6.       Das Training der Rückenstrecker, Buch S. 113

7.       Die Bedeutung des Muskeltrainings für die Körperhaltung, Buch S. 114

8.       Termin am 12.12.2017: Circuit von Studierenden geplant und durchgeführt, 9 Stationen, Trainingsziel: Beinmuskulatur / Koordination, Intervalle: 30s / 30s

9.       Fitness-Gymnastik (mittel) , Buch S. 100, 101

10.   Tabata-Training

11.  Unfunktionelle Übungen

12.   Organisatorische und methodische Tipps / Fragen zur Fitnessgymnastik

Viele Schüler*innen denken noch immer, dass das einzige Kriterium für die Sportnote die Leistung ist, d. h. z. B. dass man eine „1“ bekommt, wenn man gut Fußball spielen kann (viele Tore schießt). Dieser Irrtum wird vielleicht durch das folgende Infoblatt behoben, dessen Text wortwörtlich aus dem Kernlehrplan für die Gesamtschule – Sek. I NRW (S. 34) stammt und nur anders formatiert und durch Bilder illustriert ist.

http://www.schulsport-nrw.de / Schulsportpraxis und Fortbildung / Gesamtschule

Infoblatt für Schüler*innen und Lehrer*innen: Wie setzt sich die Note im Fach „Sport“ zusammen? (Leistungsbewertung im Fach Sport an der Gesamtschule in der Sek. I in NRW)

Hier ist noch ein Arbeitsblatt zur Sportnote, das man zur Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung einsetzen kann.

Zwei Tabellen mit einer Übersicht zur Sicherheitsförderung im Schulsport (RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW v. 26.11.2014), einmal mit illustrierenden Bildern, einmal ohne

Sicherheitsförderung im Schulsport mit Bildern

Sicherheitsförderung im Schulsport ohne Bilder

 

Einige Dokumente für das Fach Deutsch:

Lebenslauf Vorlage

Bewerbung Vorlage

Klee Bewerbung Elemente Absender Betreff Anlagen


 

 

 

Eine vielfach verwendete Definition zur  Beweglichkeit geht auf Martin, Carl und Lehnertz (1993, S. 147) zurück:

„Beweglichkeit ist die Fähigkeit, Bewegungen willkürlich und gezielt mit der erforderlichen bzw. optimalen Schwingungsweite der beteiligten Gelenke ausführen zu können.“

Martin, D., Carl, K. & Lehnertz, K. (1993). Handbuch Trainingslehre. Schorndorf: Hofmann.

Da die aktiv-dynamische Beweglichkeit die  am häufigsten zu beobachtende Erscheinungsform der Beweglichkeit ist, wird diese Definition als erster Zugang genutzt, sollte aber aus drei Gründen erweitert werden.

1.    Sie erfasst nicht explizit die passiv-statische Beweglichkeit, die häufig im Beweglichkeitstraining vorkommt, wenn ein Sportler von einem Partner gedehnt und eine Beweglichkeitsdiagnostik durchgeführt wird.

erweiterte Definition der Beweglichkeit (Klee 2016)

2.    Wie Messungen zeigen, spielt die Fähigkeit und Bereitschaft, Dehnbelastungen (Schmerzen) zu tolerieren, für die Beweglichkeitsleistung eine große Rolle. Ob der Turnerin der Spagat leicht gelingt oder aufgrund der Dehnschmerzen nur mit großer Anstrengung, die man ihr dann ggf. auch ansieht, ist Beleg dafür, dass dies auch in der Sportpraxis eine Rolle spielt.

3.   Die Definition erfasst nicht die Frage, mit welchem Dehnungswiderstand die Bewegung durchgeführt wird. Dieser ergibt sich aus der
a) neuromuskulären Aktivität (Dehnreflexe) und der
b) passiven Spannung der serienelastischen Elemente (vor allem Titin) oder anderer Strukturen (Bänder, Gelenkkapsel).
Wenn z. B. das Vorschwingen der Arme beim Delphinschwimmen nur unter großem Krafteinsatz eher bemüht und verkrampft gelingt, leidet die Technik und die Leistung.

Aus diesen drei Gründen ergibt sich folgende erweiterte Definition:

„Beweglichkeit ist die Fähigkeit, Bewegungen und Haltungen über die anatomisch mögliche Bewegungsreichweite der beteiligten Gelenke und Muskeln ausführen bzw. einnehmen zu können und dies bei einem annehmbaren, nicht schmerzhaften Dehngefühl und gegen einen submaximalen, nicht hinderlichen Dehnwiderstand.“ (Klee, 2017, S. 225)

Klee, A. (2017). Beweglichkeit und Beweglichkeitstraining. In: Hottenrott, K. & Seidel, I. (Hrsg.). Handbuch Trainingswissenschaft/Trainingslehre. Hofmann, Schorndorf. S. 225-239.

Aber auch diese Definition kann aufgrund des Gebots der Kürze nicht alle Einflussfaktoren berücksichtigen. Wer es etwas differenzierter mag, wird auf der Seite von Prof. Dr. Klaus Wiemann fündig.

Veränderung der Beweglichkeit (Hüftwinkel) und der Dehnungsspannung durch Kurzzeitdehnen

Abb.: Die Veränderung der Beweglichkeit (Hüftwinkel) und der Dehnungsspannung durch Kurzzeitdehnen

Zum Zusammenhang von Bewegungsreichweite und Dehnungsspannung

(1) Sowohl kurzfristige Dehnprogramme als auch Langzeitdehnen über mehrere Wochen vergrößern die Bewegungsreichweite. Diese Wirkung bleibt viele Minuten bis zu einer Stunde, nach einem Langzeitdehnprogramm sogar wochen- bis monatelang bestehen.

(2) Da in beiden Fällen auch die maximale Dehnungsspannung steigt, kann gefolgert werden, dass größere Bewegungsreichweiten erreicht werden, weil man sich intensiver dehnt, bzw. dehnen lässt, d. h. mit mehr Kraft, so dass die Steigerung der Bewegungsreichweite durch eine gesteigerte Toleranz gegenüber dem Dehngefühl(schmerz) zu begründen ist.

(3) Die submaximale Dehnungsspannung bei z. B. 70° Hüftwinkel sinkt nur beim Kurzeitdehnen, nicht beim Langzeitdehnen.

Es ergibt sich also der folgende etwas widersinnige Zusammenhang:
Je mehr Dehnungsspannung (-schmerzen) jemand bereit ist zu tolerieren, umso „beweglicher“ ist er.

Um eine Beweglichkeitsleistung beurteilen zu können, reicht es also nicht, die Winkel in den Gelenken zu messen, sondern es muss auch die Dehnungsspannung gemessen werden. So können zwei Sportler einen Spagat machen, sich aber unterschiedlich stark anstrengen und somit unterschiedliche Dehnungsspannungen und –schmerzen überwinden.

Fragen zur Bewertung und Auswahl eines Circuits SS 2015

24.4., Klee, das Arbeitsblatt: Pulsmessung

24.4., der Circuit „Pulsmessung“

24.4. Säulendiagramm mit Pulswerten leer

24.4. Säulendiagramm mit Pulswerten Beispiel

Die folgenden Anmerkungen sollen den StudentInnen dienen, die Reflexion der Circuits in Erinnerung zu behalten.

1. Circuit: Individuelle Leistung einschätzen, erfahren, reflektieren; 22.5.2015

Hallenaufbauplan, Stationsblätter, Arbeitsblatt

1.     Sehr gut vorbereitet, (Abbildungen mit 1) Circuit, 2) Stationskarten und 3) Arbeitsblatt lagen vor)

2.     Sehr gute Durchführung ( 1) Erläuterung des Themas an Flip-chart (motorische Fähigkeiten), 2) Erläuterung der Stationen, 3) Erläuterung der Beobachtungsaufgabe „Schätzen der Wiederholungszahlen“ 4) Reflexion der Beobachtungsaufgabe an Flip-chart.

3.     Dabei waren die Ergebnisse (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit) nicht immer eindeutig und wirkten etwas beliebig.

4.     Die Durchführung hätte in der Schule den zeitlichen Rahmen sprengen können (8 Stationen x 2 SuS = 16 Intervalle x 75 Sek. = 20 Minuten; x 2 Runden = 40 Minuten; + 10 Minuten Einführung + 10 Minuten Reflexion + 10 Minuten Demonstration der Stationen; + Aufbau und Abbau (10 Min.) = 80 Minuten (In der Schule hat man bei einer Doppelstunde ca. 70 Minuten. Immer den Umfang durchrechnen!

5.     Die Station 8 (Abduktoren mit Theraband) wäre im Sitzen stabiler gewesen und hätte beide Seiten trainiert.

6.     Schwerere Hanteln (Station 3) und ein Medizinball (Station 5) hätten besorgt werden sollen. Das aufgeklebte Kreuz (4-Felder-Sprung) war recht klein.

 

2. Circuit: deep-work, 22.5. / 5.6.2015

Deep_Work_Stationskarten, Zirkel_Deep_Work, Begleitende_Aufgabe_zum-Zirkel_deepWORKTM

1.    Sehr gut vorbereitet, (Abbildungen mit 1) Circuit, 2) Stationskarten und 3) Arbeitsblatt lagen vor)

2.    Wenig Geräteaufwand, schneller Auf- und Abbau, gute Musik.

3.    Beim 1. Termin funktionierte die Musikanlage nicht. Beim 2. Termin wurde eigene Anlage mitgebracht (Prima!). Dieses Problem mit der Technik sollte durch rechtzeitiges Testen vermieden werden.

4.    Die Station „Pezzi-Brücke“ könnte bei empfindlichen / vorgeschädigten SuS Rückenschmerzen verursachen („unfunktionelle“ Übungen). Dieses Problem vorher ansprechen („Wem die Übung wehtut, kann sie weglassen“).

5.   Die Beobachtungsaufgaben (Belastung / Entspannung) lieferte keine eindeutigen Ergebnisse (Ganz entspannt war man bei keiner Station, am ehesten noch bei der „Pezzi-Brücke“).

 

3. Circuit: Basketball, 5.6.2015

Zirkel_Basketball_Übersicht, Zirkel_Basketball_Stationserklärungen

1.    Sehr motivierende Übungen, sehr motivierende Musik (Musikintervall: 45 Sek., Pause (ohne Musik): 30 Sek.).

2.    Das Belastungsintervall hätte vielleicht länger sein können. Dies gilt generell bei Circuits zum motorischen Lernen. Z. B. beim Korbleger hatte jeder in den 45 Sek. nur wenige Versuche.

3.    Die Übungen wurden gut demonstriert, trotzdem wären Stationskarten, die vorhanden waren, aber nicht ausgelegt wurden, hilfreich gewesen. Dies gilt vor allem für die Schule.

4.    Dieser Circuit war für 22 SuS konzipiert (11 Stationen mit 2 SuS). In der Schule braucht man bei 30 SuS 15 Stationen. Dabei könnten die vielen BB ein Problem werden. Deshalb sollte man auch Übungen ohne Ball  einplanen, wie die Station 10 (defense) oder Übungen zur Sprungkraft …

5.    Die Beobachtungsaufgaben (Station 3, 5, 11) wurden bei der Erklärung nicht deutlich genug angesprochen und gaben deshalb bei der Reflexion am Ende nicht so viel her.

 

4. Circuit: Ringen, Kämpfen, 12.6.2015

Circuit_Ringen_Stationen, Reflexionsbogen_Ringen_Circuit

1.    Sehr motivierende Übungen, sehr motivierende Musik (mit Countdown, 10, 9, 8 …).

2.    Gute Stationen, gute Stationskarten (Abbildungen könnten besser sein). Die Übungen wurden gut demonstriert.

3.    8 Stationen hätten für 16 SuS gereicht. In der Schule hätte man 3er-Gruppen bilden können mit einem Schiedsrichter und jeweils drei Wettkämpfen pro Station.

4.    Die Gruppen müssen sich gut untereinander verstehen (enger Körperkontakt).

5.    Das Thema eignet sich nur bedingt für einen Circuit. Der Lehrer hat nicht alle Stationen im Blick und kann bei Konflikten nicht überall eingreifen.

6.    Dem Circuit müssten UE vorausgehen, in denen Regeln und Rituale (Stoppsignal, Begrüßung am Anfang des „Kampfes“ …) eingeführt und erprobt werden.


5. Circuit: Agility-Training

Hallenaufbau_Agility_Circuit, Stationen_Agility_Circuit

1.    Sehr motivierende Übungen, sehr motivierende Durchführung (Aufwärmen mit Lauf über Hindernisse).

2.    Gute Stationen, gute Stationskarten. Die Übungen wurden gut demonstriert. Die Zentralstation war ebenfalls eine gute Idee, um alle noch einmal zu versammeln und zu motivieren.

3.    Die Zentralstation hätte bei einer großen Gruppe (Klassenstärke) in einer Halle kaum durchgeführt werden können (alle SuS stehen hintereinander, Abstand 1-2 m).

4.    Zum Teil waren die Stationen sehr anstrengend und führten in 60 s zur Erschöpfung (Skippings). Vielleicht hätte man durch ruhigere Zwischenstationen (Dehnen, Rumpfstabilisation) Erholung ermöglichen können.

5.    Eine Beobachtungsaufgabe fehlte. Eine theoretische Einführung (Was ist Agility?, Schnellkraft, Koordination, Reaktion …) mit einer Zuordnung bei den einzelnen Stationen oder der Aufgabe, den Bezug zwischen Stationen und Sportarten herzustellen, hätte bei der Reflexion genutzt werden können.

 

6. Circuit: Anspannungszeit (time of tension): Zwei Durchgänge des Circuits, 1. “Normale” Durchführungsgeschwindigkeit, 2. Langsame Durchführungsgeschwindigkeit

Übersicht_time_under_tension, Handout_time_under_tension

1.    Sehr gut vorbereitet, (Abbildungen mit 1) Circuit, 2) Stationskarten und 3) Arbeitsblatt lagen vor)

2.    Das Thema ist gut geeignet, um die Bedeutung verschiedener Durchführungsgeschwindigkeiten beim Krafttraining zu verdeutlichen.

3.    Die Bedeutung der langsamen Durchführungsgeschwindigkeit (besser für Muskelaufbau, gelenkschonender…) hätte bei der Reflexion herausgearbeitet werden können.

4.    Bei der im Zentrum stehenden Methode gab es kleinere Unsicherheiten bei der Darstellung (3 Sekunden anheben, eine Sekunde halten, 3 Sekunden herablassen = 8 Sekunden?).

5.    Bei manchen Übungen (Station 3: Liegestütze, 5 Schulterdrücken, 8, Kniebeuge) war diese Methode zu schwer für manche Teilnehmer.

 

 

SS 2015: Circuittraining im Sportunterricht

Frei. 14:30 – 16:00

Vor allem in der Vergangenheit wurde das Circuittraining insbesondere zum Training der Kraft- und Kraftausdauer eingesetzt. Zu diesen Zielen sind in den letzten Jahren zunehmend andere hinzugekommen: Wohlbefinden, Balltechnische Fertigkeiten, Körpererfahrung, Vorbeugung von Haltungsschwächen, Spiel, Abenteuer, Dehnung …

Hinzu kommen in jüngster Zeit “neue” Trainingsformen, die ebenfalls beim Circuit-training Ausgangspunkt sein können:

Tabata-Training, Cross fit, TRX, Core, Kettlebells, „Functional Training“, Outdoor-CT, Life Kinetik, Faszientraining, freeletics, Brainamix, Bodynamix, Cornamix, sensomotorisches Training …

In der Übung soll das Zirkeltraining in dieser Vielfalt erarbeitet und erprobt werden. Mögliche Umsetzungen in der Sekundarstufe II stehen dabei im Vordergrund.

Literatur: 

Klee, A. (2011): Circuit-Training und Fitness-Gymnastik. Schriftenreihe Praxisideen (5. erweiterte Auflage). Schorndorf: Hofmann.

Der erste Termin findet am 10.4.2015 in der Cafeteria der Unihalle statt.

Für eine aktive Teilnahme muss man sich an einer Gruppenarbeit beteiligen. Die Gruppen bestehen aus 2-3 Studenten und müssen:

1.     einen Circuit zusammenstellen orientiert an einem Schwerpunkt:
Kraft allgemein, Kraft speziell (z.B. Sprungkraft), Kraft speziell (z.B. Sportart), Fitness, Gesundheit, Ausdauer, Technik einer Sportart, Vorbeugung von Haltungsschwächen, Balancieren ...

2.     diesen Circuit und ein Arbeitsblatt kopieren und an die Teilnehmer verteilen (AM TERMIN!!!)

3.     den Aufbau des Circuits organisieren

4.     die Durchführung des Circuits anleiten

5.     eine Reflexion und Bewertung des Circuits mit der Gruppe durchführen


 

Datum

Themen / Referenten

1

10.4.

Einführung, Organisatorisches

2

17.4.

Exemplarische Durchführung eines Circuittrainings (Klee),

3

24.4.

Exemplarische Durchführung eines Circuittrainings mit Bebachtungsaufgabe / Theorieanteil "Puls" (Klee)

 

1.5.

Tag der Arbeit

4

8.5.

Einteilung der Gruppen

Gemeinsame Planung

5

15.5.

Gemeinsame Planung

6

22.5.

Vieruß, Schröer: deap work

Prelcec, Merbeth: individuelle Leistungseinschätzung

 

29.5.

Pfingsten

7

5.6

Nestvogel, Guhlke: Basketball

     

8

12.6.

Feldmann, Hinzmann: Ringen und Raufen

9

19.6.

Kukuk, Manegold: Schnellkraft

10

26.6.

Alexander, Weißler: Kraftausdauer / Anspannungszeit

11

3.7.

Ausweichtermin

 12

10.7.

Ausweichtermin